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Vom Bibelkreis zur Hausgemeinde


Leif Grane schreibt in seinem Kommentar zur Confessio Augustana,

 "sowohl volkskirchliche als auch freikirchliche Ordnungen können gleich gut (rein prinzipiell) von dieser Kirchenauffassung [CA VII und CA VII] begründet werden"

und Luther habe neben den beiden öffentlichen Gottesdiensten (lateinische und deutsche Messe) an einen nicht öffentlichen Gottesdienst gedacht (so in seiner Schrift Deutsche Messe von 1526), der nach evangelischer Ordnung die rechte ist.

"Diese sollte nicht öffentlich sein, sondern diejenigen, die wirklich Christen sein wollen, sollten sich in einem Haus zu gemeinsamen Gebet und Empfang der Sakramente versammeln. Hier würde man auch eine strenge Kirchenzucht ausüben können, Katechismus lehren können, den Christen Almosen auferlegen können usw. Das ließe sich schnell einrichten, meint Luther, wenn man nur die rechten Leute dazu hätte; aber die hat Luther nicht, und deshalb will er sich vorläufig der beiden anderen Formen von Gottesdienst annehmen."

Ich möchte diese dritte Form von Gottesdienst, das heißt eine Hausgemeinde gründen und bete, dass diese mit Gottes Segen entstehen wird.


Meine Kompetenz?

Ich habe etliche Jahre einen Bibelkreis geleitet, an dem meistens 6-8 Personen teilgenommen hatten. Nachdem ich aus der katholischen Kirche ausgetreten bin, ist dieser Kreis nach und nach eingeschlafen. Nun möchte ich wieder in dieser Richtung tätig werden. Vielleicht wird daraus auch ein dauerhafter Hauskreis, eine kleine bekennende Gemeinde...

Zur Vorgeschichte

Nachdem ich in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts den Grund- und Aufbaukurs Theologie der Domschule Würzburg durchgearbeitet hatte, absolvierte ich den Fernkurs zum Neuen Testament beim Katholischen Bibelwerk Stuttgart, wozu man sämtliche Kommentare der Reihe "Stuttgarter Kleiner Kommentar NT" durcharbeiten mußte.

Zu dieser Zeit begann ich auch autodidaktisch das Griechisch des NT zu erlernen.

Seither wurden außer sonstiger theologischer Literatur auch verschiedene Kommentarreihen für meine Privatbibliothek angeschafft.

Gerne arbeite ich mit folgenden Kommentaren:

  • Edition C Neues Testament
  • Wuppertaler Studienbibel AT und NT
  • Das Neue Testament deutsch
  • Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament
  • Historisch-theologische Auslegung (HThA)

Persönlich bevorzuge ich die HThA, deren Anliegen ich in weiten Teilen teile.

In einem Artikel heißt es bei Wikipedia zu dieser Reihe:

Die "Historisch-theologische Auslegung" ist eine Kommentarreihe zum Neuen Testament, die vom R. Brockhaus Verlag in Zusammenarbeit mit dem Brunnen Verlag veröffentlicht wird. Der Anspruch der Kommentarreihe ist, die Bibel wissenschaftlich konservativ auszulegen. Damit soll die Reihe bewusst eine Alternative zu historisch-kritischen Werken darstellen. Diese Kommentarreihe ist eine der ersten evangelikalen Kommentarreihen auf wissenschaftlichem und akademischen Niveau seit geraumer Zeit. Die letzte Kommentarreihe mit einem derartigen Anspruch ist die Reihe Kommentar zum Neuen Testament, die von Theodor Zahn Anfang des 20. Jahrhunderts herausgegeben wurde. Andere evangelikale Kommentare, wie die Wuppertaler Studienbibel oder der Edition C Kommentar zum Neuen Testament arbeiten nicht mit diesem wissenschaftlichen Anspruch.

Entstanden ist die Idee zu dieser Kommentarreihe im Rahmen der Facharbeitsgruppe Neues Testament (FAGNT) des Arbeitskreises für evangelikale Theologie (AfeT).

Herausgegeben wird der Kommentar durch ein vierköpfiges Herausgeberteam, nämlich durch Bischof Dr. Gerhard Maier, Prof. Dr. Rainer Riesner, Dr. Heinz-Werner Neudorfer und Prof. Dr. Eckhard J. Schnabel.

Das Ziel der Kommentarreihe ist, aufbauend auf einer historisch-philologisch exakten Exegese, die Relevanz und Aussagen des Textes in den Kontext der Gemeinde in der heutigen Zeit zu transportieren. Dabei soll der Kommentator sich zwar nicht mit der vollständigen Auslegungsgeschichte kritisch auseinandersetzen, aber es sollen trotzdem verschiedene bedeutende Auslegungspositionen ausgewogen vorgestellt und kritisch hinterfragt werden. Der Aufbau der Kommentare folgt einem vorgegebenem Schema:

  • Zu Beginn werden verschiedene relevante Einleitungsfragen besprochen, wie z.B. die Frage nach dem Verfasser, oder nach den Adressaten.
  • Dann folgt die eigentliche Auslegung des Bibelbuches. Die Auslegung selber ist in vier Abschnitte unterteilt:
  • Im 1. Abschnitt wird die zu untersuchende Perikope aus dem griechischen Urtext möglichst präzise und Wortgetreu übersetzt. Diese Übersetzung ist dann die Arbeitsgrundlage für die Auslegung.
  • Im 2. Abschnitt wird der zu untersuchende Abschnitt im Hinblick auf Kontext, Aufbau, literarische Gattung etc. untersucht.
  • Der 3. Abschnitt liefert eine Vers-für-Vers Exegese.
  • Im 4. Abschnitt wird eine kurze Zusammenfassung gegeben, die die erzielten Ergebnisse bündeln soll. In dieser Zusammenfassung soll u.a. eine Brücke in die Gegenwart geschlagen werden. Dabei soll auch gezeigt werden, wie der Text heutzutage praktisch verstanden und angewendet werden kann.

Vorgespräch erwünscht

Bei Interesse kann man mich  kontaktieren um einen Gesprächstermin zum unverbindlichen Kennenlernen zu vereinbaren, so dass im voraus geklärt werden kann, ob wir auf einer gemeinsamen Grundlage stehen, auf die sich aufbauen läßt.

An diesen Tagen könnte der Hauskreis stattfinden:

z.B. Mittwochs wöchentlich, 19:00 Uhr (1x monatlich Abendmahlsfeier)
z.B. Donnerstags wöchentlich, Bibelkreis 19:00 Uhr


Gedanken von William Mac Donald zur unabhängigen Orts- bzw. Hausgemeinde, als erste Orientierung:

  1. Versammle dich in der einem Christen angemessenen Einfachheit mit einer Gruppe von gleichgesinnten Gläubigen.
  2. Versammelt euch zu Christus allein; macht Ihn zum einzigen Anziehungspunkt. Obwohl solche Grundsätze keine großen Mengen anziehen werden, werden sie zu einem Kern von treuen Gläubigen führen, die durch Prüfungen und Enttäuschungen nicht so leicht umgeworfen werden.
  3. Was den Versammlungsort betrifft, so ist eine Wohnung völlig ausreichend und hat auch zahlreiche neutestamentliche Vorbilder (Röm 16,5; 1 Kor 16,19; Kol 4,15; Phim 2). Solche, die gern ein eindrucksvolles Gebäude mit viel religiöser Hardware möchten, haben noch nie wirklich die Allgenugsamkeit des Herrn Jesus als der Person entdeckt, zu der allein Sein Volk sich versammelt.
  4. Gebt euch keinen Namen und keine Satzung, die einen wahren Gläubigen von der Gemeinschaft ausschließen könnten.
  5. Geht keine Verbindung mit einer Denomination ein und verweigert hartnäckig jede Kontrolle von außerhalb, die die Souveränität der örtlichen Gemeinde verletzen würde.
  6. Widersteht der ständigen Tendenz, daß der Dienst immer mehr von einem Mann allein getan wird. Gebt vielmehr dem Heiligen Geist die Freiheit, die verschiedenen Gaben zu gebrauchen, die Christus der Gemeinde gegeben hat, und sorgt für die aktive Verwirklichung des Priestertums aller Gläubigen.
  7. Versammelt euch regelmäßig zum Gebet, zum Studium des Wortes, zum Brechen des Brotes und zur Gemeinschaft. Betreibt eine aktive Evangelisationsarbeit, sowohl persönlich als auch gemeinschaftlich.
  8. Kurz gesagt, sucht als eine neutestamentliche Gemeinde im wahrsten Sinne des Wortes zusammenzukommen, indem ihr eine getreue Darstellung des Leibes Christi zu sein versucht und den Geboten des Herrn gehorcht.

    William Mac Donald, Christus und die Gemeinde,
    Christiliche Verlagsgesellschaft Dillenburg, 3. Aufl. 1992, S. 123f.